Partner bei der Geburt – ja oder nein?

30.05.2019 Welt der Frau

Ein großer Teil der heutigen Mütter wurde noch zu einer Zeit geboren, als die Väter von ihrer Anwesenheit bei der Geburt nur träumen konnten. Die Zeiten haben sich aber geändert und die Situation sieht ganz anders aus. Die meisten Väter sind direkt dabei, wenn ihr Kind das Licht der Welt erblickt. Wenn Sie gerade abwägen, ob bei Ihrer Entbindung auch Ihr Partner dabei sein sollte, sind die folgenden Zeilen genau richtig für Sie.

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In der heutigen Zeit erlauben die Krankenhäuser der werdenden Mutter mindestens eine Begleitperson bei der Geburt. Nur wenige Frauen nutzen diese Möglichkeit nicht und entbinden ohne Begleitperson. Der Großteil aller Geburten erfolgt allerdings in Anwesenheit des Vaters, der Statistik nach bei bis zu 90%.

„Als ich mit meinem Partner über die Geburt gesprochen habe, war es für uns beide wie selbstverständlich, dass Christian mit dabei sein wird. Ich musste ihn nicht irgendwie überzeugen, es war für ihn ganz natürlich,“ sagt Klara, die Mutter von Amelie (6 Monate). Ähnlich kommt es in vielen anderen Partnerschaften vor. Die werdenden Mütter wollen die Väter vorallem als psychische Unterstützung dabei haben und die werdenden Väter wollen vorallem „dabei sein“.

Was tun, wenn aber Ihre Gefühle oder die Ihres Partners nicht so eindeutig sind?

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie Ihren Partner bei der Geburt wollen oder nicht, lassen Sie sich genug Zeit zum Nachdenken und zwingen Sie sich zu nichts, was Ihnen nicht gefällt, nur weil es alle anderen so machen. Die Geburt eines Babys ist ein sehr emotionaler und vorallem intimer Moment. Die Hauptrolle außer des Babys spielen Sie, und deshalb sollten Sie sich da nicht reinreden lassen. Treffen Sie für sich die Entscheidung, die für Sie richtig ist und sich gut anfühlt.

„Die ganze Schwangerschaft über war ich mir nicht sicher, ob ich möchte das Thomas bei der Geburt dabei ist oder nicht. Die Geburt nehme ich eher als Frauensache an, andererseits wollte ich es meinem Mann nicht nehmen, zu sehen, wie es sein wird, wenn der kleine Krümel das erste mal einatmet und das erste Mal das Licht der Welt erblickt,“ erzählt Annika, Mutter von Emil (3 Monate). Und fährt fort: „Am Ende haben wir uns auf ein Kompromiss geeinigt, so dass mich Thomas ins Krankenhaus fährt, mich in den Kreißsaal begleitet und dann bis zur Geburt von Emil auf dem Flur hinter der Tür wartet.“

Für den Fall, dass Sie sich ähnlich einigen, wie Annika mit Thomas, seien Sie auch darauf vorbereitet, dass nicht immer alles nach Plan laufen muss. „Mit meinem Freund haben wir abgesprochen, dass er mit mir im Kreißsaal sein darf, aber sobald ich anfange zu pressen und es ernst wird, verlässt er den Kreißsaal. In der Realität sah es dann ganz anders aus. Es ging alles so schnell, dass Ole es nicht geschafft hat, wegzugehen und somit bis zum Ende da war,“ erinnert sich Hanna, Mutter der einjährigen Mia, und ergänzt: „Am Ende war ich froh, weil die Geburt nicht so abgelaufen ist, wie sie sollte, daher war ich froh Ole als Unterstützung dabei zu haben. Er war mir eine große Hilfe.“

Wenn Sie sich wünschen, dass Ihr Partner dabei ist, er dies allerdings ablehnt, versuchen Sie keinen Druck auszuüben sondern in Ruhe mit ihm darüber zu sprechen. Es hilft auch gemeinsam einen Geburtsvorbereitungskurs zu machen, wo er mehr Informationen erhält und sich ein genaueres Bild davon machen kann, was ihn im Kreißsaal erwartet. Die Teilnahme am Geburtsvorbereitungskurs empfehlen wir natürlich auch oder vorallem Vätern, die Sie zur Geburt begleiten werden, damit diese wissen, wie sie ihrer Partnerin bei der Geburt helfen können.

Falls Ihr Partner auch danach nicht bei der Geburt anwesend sein möchte, versuchen Sie es nicht ihn zu überreden. Manche können kein Blut sehen, andere können sich hilflos und unnützlich vorkommen, wenn er (zumindest aus seiner Sicht) seiner Partnerin bei den Schmerzen nicht behilflich sein kann. Wenn Sie im Kreißsaal nicht alleine sein wollen, sprechen Sie Ihre Freundin oder Ihre Mutter an, ob Sie sie begleiten können und welche Ihnen eventuell mit Ihren Erfahrungen mehr helfen können, als ein kollabierender Partner. Dieser wird nach der Geburt noch oft genug die Möglichkeit haben, aktiv zu werden und das nicht nur als Partner, sondern auch als frischgebackener Vater.

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